Essen und Trinken

Autor: Dorothee Fauth

Leckere Blüten

Ob Kapuzinerkresse oder Gänseblümchen: Viele Blüten sind nicht nur hübsch – man kann sie auch essen 

Ein Teller voll Salat mit essbaren Blüten der Kapuzinerkresse steht auf einem Tisch

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©iStockphoto.com / Nikolay_Donetsk

Eine farbenfrohe Blumenwiese löst bei manchen Menschen nicht nur Entzücken, sondern auch Appetit aus. Denn viele Pflanzen können mehr als bloß schön aussehen: Es gibt eine erstaunliche Anzahl an ess­baren Blüten, die Gerichte optisch und kulinarisch aufwerten. Sie sind zudem vollgepackt sind mit Vitaminen, gesunden Mineral- und Bitterstoffen sowie feinen Aromen. 
Den Anfang im Jahr machen im Frühjahr Gänseblümchen und Löwenzahn. Die Knospen und halb geöffneten Blüten junger Gänseblümchen schmecken am besten. Mit ihrem leicht nussigen Aroma bereichern sie jeden Salat. Aus geschlossenen Blüten, eingelegt in Essig, lassen sich falsche Kapern herstellen. Auch das sonnengelbe Unkraut namens Löwenzahn, das jede Menge Vitamine, Beta Carotin und Bitterstoffe enthält, bringt Salate zum Leuchten. Löwenzahnblüten lassen sich mit Zucker auch zu veganem Honig einkochen. 
Von Begonien bis Veilchen reicht das ABC essbarer Blüten. Optimal ist es, wenn man sie im eigenen (ungespritzten) Garten pflücken kann, wo sie weder mit Dünger aus der Landwirtschaft noch mit Schadstoffen von der Straße belastet sind. Grundsätzlich gilt: Blüten sollten hauptsächlich als aromatische Akzente verwendet werden. Ein Übermaß kann abführend wirken, manche Personen reagieren auch mit Unverträglichkeit auf Inhaltsstoffe wie Saponine und ätherische Öle.

Die Ringelblume kann es mit dem Safran aufnehmen 

Mit der Chrysantheme, die es in vielen Farben gibt, lässt sich etwa ein Risotto zubereiten. Vertrauter sind den meisten die großen orangegelben Blüten­trichter der Zucchini. Man kann sie frittieren oder nach Belieben füllen und als Vorspeise servieren. Kapuzinerkresse mit ihrem leicht pfeffrigen Aroma schmeckt wunderbar auch auf Brot. Ein dekorativer Akzent in jedem Salat sind die blauen sternförmigen Blüten des Borretsch, die leicht nach Gurke schmecken. Und die Ringel­blume, auch Safran für Arme genannt, kann sich geschmacklich mit dem echten, teuren Gewürz durchaus messen. 

Noch ein Nachtisch? 

Auf der Speisekarte der Natur stehen die weißen Blütendolden des schwarzen Holunders. Sie werden in Pfannkuchen­teig zu knusprigen Hollerküchle ausgebacken. Veilchen und Stiefmütterchen – kandiert oder naturbelassen – eignen sich für Süßspeisen und wie die duftenden Rosenblüten auch als Dekor von Kuchen. 

Die meisten essbaren Blumen sind reich an Antioxidantien, wirken verdauungsfördernd und entzündungshemmend. Einige unterstützen als natürliche Antibiotika das Immunsystem. Außer als Beigabe zum Salat kann man sie über Suppen, Eintöpfe, Gemüse- und Fleischgerichte streuen. Am besten sammelt man die Blüten am frühen Morgen, wenn sie noch frisch und mit Feuchtigkeit versorgt sind. Vorsichtig abgespült, lassen sie sich, eingeschlagen in ein feuchtes Küchenhandtuch, bis zum Mittag oder Abend aufbewahren. 
Schlüsselblume, Tagetes, Dahlien, Taglilie, Lavendel ... Man staunt, was die Natur an essbarer Schönheit für uns bereithält. Die frühsommerliche Farb­symphonie auf dem Teller sollte man sich daher keinesfalls entgehen lassen.