Borschtsch
Die reichhaltige Rote-Bete-Suppe ist das Wahrzeichen der ukrainischen Küche.
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Für 4 Portionen
Zubereitungszeit: 75 Minuten
Zutaten:
- 450 g Rote Bete
- 1 Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 große Karotte
- 1 Stange Sellerie
- 2 Kartoffeln
- 200 g Kohl
- 2 mittelgroße Tomaten
- 1 Esslöffel Tomatenmark
- 1 Lorbeerblatt
- 2 oder 3 Esslöffel Öl
- 1,5 Liter Fleisch- oder Gemüsebrühe
- 30 ml Rotweinessig
- 1 Teelöffel brauner Zucker (optional)
- Salz und Pfeffer
- Dill, Petersilie oder Schnittlauch
- saure Sahne
ZUBEREITUNG
- Die Rote Bete (vorgekochte Bete hat weniger Geschmack) in Würfel, die Karotte in Stifte und den Kohl in Streifen schneiden. Letzteren mit etwas Salz bestreuen und beiseite stellen. Weitere Zutaten ebenfalls klein schneiden.
- Das Öl in einem großen Topf erhitzen und die Karotte zusammen mit der Roten Bete 5 Minuten lang anbraten.
- Zwiebel, Knoblauch und Sellerie hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen und bei mittlerer Hitze etwa 7 Minuten lang unter Rühren garen.
- Die geschälten, klein gehackten Tomaten hinzufügen und weitere 5 Minuten anbraten.
- Brühe, Tomatenmark, Lorbeerblatt und Kartoffelstücke hinzufügen. Umrühren und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten lang sanft köcheln lassen, damit die rote Farbe erhalten bleibt.
- Mit Salz abschmecken und nach Belieben einen Teelöffel Zucker hineingeben. Essig und Kohl hinzufügen und noch einige Minuten weiterkochen.
- Es ist wichtig, den Eintopf vor dem Servieren ruhen zu lassen, vorzugsweise an einem warmen Ort. Wenn möglich, sollte das Gericht bereits am Vortag zubereitet werden, damit sich der Geschmack besser entfaltet.
- Vor dem Servieren des heißen Borschtsch einen Esslöffel saure Sahne und fein gehackte frische Kräuter darübergeben.
Dieses Gericht mit seiner charakteristischen roten Farbe und seinem süß-sauren Geschmack ist heute weltweit beliebt. In Ost- und Mitteleuropa gibt es zahlreiche Varianten, aber meist ist Rote Bete die Hauptzutat. Dabei wurde der Begriff ursprünglich für eine Suppe verwendet, die dieses Gemüse gar nicht enthielt. Vielmehr wurde sie aus fermentierten Wildkräutern wie Wiesen-Bärenklau zubereitet, die in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw wachsen. Die erste Erwähnung des Gerichts erfolgte durch den deutschen Dominikanermönch Martin Gruneweg im Jahr 1584, im 19. Jahrhundert dann erschien zum ersten Mal ein Rezept in einem Kochbuch.
Die Konflikte des 20. Jahrhunderts und die damit verbundenen Völkerwanderungen trugen zur Verbreitung von Borschtsch bei. So kochen beispielsweise die Juden, die während des Zweiten Weltkriegs aus Osteuropa flohen, dieses Gericht bis heute in verschiedenen Varianten.
Zwar bildet Rote Bete in der Regel die Grundzutat, es gibt aber auch einige Versionen, die ohne dieses Gemüse auskommen – etwa grüner Borschtsch (mit Sauerampfer), weißer Borschtsch (mit Roggen) oder Kohl-Borschtsch. Die Vielfalt kann noch erweitert werden, indem man ihn mit Rind- oder Schweinefleisch, Bohnen und Sprossen serviert.
Borschtsch eroberte die Gaumen von Menschen aller Schichten und gelangte von den Bauernhäusern bis in die kaiserlichen Küchen. Heute ist Borschtsch mehr als eine reichhaltige rote Gemüsesuppe. Er gilt als Wahrzeichen der ukrainischen Küche, auch wenn Russland seinerseits die Urheberschaft des Gerichts beansprucht. 2022 wurde Borschtsch von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.





