Speise der Götter
Schokolade galt einst als Speise der Götter. Kein Wunder, bei dem Geschmack.
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Die Maya verwendeten seine Bohne als Zahlungsmittel, und neuere Forschung hat gezeigt, dass er aus orange- und beigefarbenen Bechern am besten schmeckt. Die Rede ist von Kakao, der Speise der Götter, wie sein lateinischer Name „Theobroma cacao“ übersetzt werden kann. In Deutschland wird der Großteil des Kakaos in verarbeiteter Form als süße Schokolade verzehrt. 93 Tafeln soll hierzulande jeder jährlich im Durchschnitt verspeisen. Das ist eine ganz schöne Menge, wenn man bedenkt, dass Schokolade einst nur der Elite vorbehalten war – sowohl bei den Maya als auch lange Zeit in Europa.
Der Kakaobaum lässt sich nur in den tropischen Regionen nahe des Äquators kultivieren, der Ursprung des wildwachsenden Kakaos liegt vermutlich in Südamerika. Bereits vor 3000 Jahren soll das Volk der Olmeken Kakao konsumiert haben, später folgten die Maya in Mittelamerika und die Azteken in Mexiko. Auf aztekisch hieß Trinkschokolade „Xocolatl“ was bitteres Wasser bedeutet. Das könnte auch der Ursprung unseres Wortes Schokolade sein. Der Legende nach war es der spanische Eroberer Hernán Cortés, der Kakao aus Mexiko im 16. Jahrhundert nach Europa brachte, ganz einig sind sich Experten nicht. Sicher ist jedoch, dass die amerikanischen Völker die Schokolade ganz anders genossen, als man es heute tut, etwa als bitteres Getränk mit Chili und Pfeffer oder als Brei. Am spanischen Hof fand das Getränk aus zermahlenen Kakaobohnen ohne eigene Süße anfangs wenig Anklang. Doch das änderte sich, als man begann, Zucker beizumischen.
1761 nahm schließlich das Unternehmen Fry & Sons im englischen Bristol die erste Schokoladenfabrik Europas in Betrieb. Die Erfindung der Tafelschokolade 1847, ebenfalls durch Fry & Sons, verhalf der Schokolade zum Durchbruch. Gab es zuvor nur Kakaopulver, das man in Wasser löste, mischte man diesem nun Zucker und erstmals geschmolzene Kakaobutter bei und goss die Masse in Förmchen. Die heute beliebteste Variante, die Milchschokolade, perfektionierten die Schweizer ab Ende des 19. Jahrhunderts.
Von Chili bis Karotte: Kuriose Schokolade ist im Trend
Schaut man in die Supermarktregale, scheint inzwischen nichts unmöglich. Schokolade wird mit jeder erdenklichen Creme, allerlei Nüssen, Keksen und sogar mit scharfem Chili oder Pfeffer versehen. Dagegen sorgen schokolierte Mehlwürmer und Kuvertüre in den Geschmacksrichtungen Kürbis oder Karotte zuweilen für Skepsis.
Leider ist nicht alles an Schokolade süß. Als bitterer Beigeschmack bleiben bis heute Ausbeutung und Kinderarbeit in den Anbaugebieten, besonders in Afrika, wo zwei Drittel des Kakaos herkommen. Deshalb sollte man auf fair gehandelte Schokolade achten. Klasse statt Masse tut dabei nicht nur dem Gewissen, sondern auch der Gesundheit gut.
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