Gesundheit

Autor: Reader's Digest Book

ADHS bei Erwachsenen

Probleme mit Aufmerksamkeit und Konzentration sind typisch für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS/ADHS), das auch bei Erwachsenen auftritt.

Ein junges Mädchen im Kapuzenpullover sieht besorgt aus und kauf auf den FIngernägeln der rechten Hand. Um seinen Kopf hat jemand farbige gezackte und geschwungene Linien gemalt.

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Im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen ist ADHS, die Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne Hyperaktivität, in Deutschland recht häufig: 3 – 5 % der Bevölkerung leiden unter den typischen Konzentrationsstörungen und/oder impulsivem, hyperaktivem Verhalten. Viele denken bei ADHS eher an unruhige Kinder, die in der Schule nicht aufpassen können – doch etwa zwei Drittel der betroffenen Kinder zeigen auch als Erwachsene noch entsprechende Symptome. Zudem leidet die Mehrheit der ADHS-Betroffenen in diesem Alter an einer weiteren psychischen Erkrankung, häufig einer Angststörung oder Depression. Oft sind diese Patienten persönlich und auch beruflich stark belastet. Verschiedene Medikamente können hier jedoch deutlich helfen, wie eine aktuelle Studie zeigt. 

Anders als bei Kindern wird bei Erwachsenen mit ADHS auch bei leichteren Symptomen eine Behandlung mit den bekannten Medikamenten empfohlen. Neben Ritalin (Methylphenidat) stehen verschiedene andere Präparate für Erwachsene zur Verfügung. Mit einer geeigneten Therapie lassen sich die Symptome oft gut kontrollieren; häufig gehen dann auch die Symptome der anderen psychischen Erkrankung zurück, berichten Experten. Dass die medikamentöse Therapie wirksam ist, zeigen Daten von mehr als 220 000 Jugendlichen und Erwachsenen aus Schweden, die mehrheitlich Methylphenidat, Lisdexamphetamin oder Atomoxetin erhielten: Amphetaminderivate und Methylphenidat führten zu weniger suizidalen Gedanken und Handlungen; die Betroffenen mussten auch seltener wegen psychischer Probleme in eine Klinik. Unter der Therapie mit Atomoxetin waren beispielsweise vor allem Männer unter 30 Jahren deutlich seltener arbeitsunfähig als ohne Behandlung. 

Da die Symptome vor allem bei Erwachsenen sehr unterschiedlich sein können, wird die Krankheit oft erst spät erkannt. Besteht der Verdacht auf ADHS, können bestimmte Testverfahren helfen, die richtige Diagnose zu stellen. Dann ist der Weg frei für eine gezielte Therapie, die in der Regel sehr erfolgreich ist.