Antibabypille kann Risiko für Depressionen erhöhen
Vor allem junge Frauen sollten deshalb vor Einnahme der Pille über ein möglicherweise erhöhtes Depressionsrisiko aufgeklärt werden.
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Seit Langem diskutieren Mediziner darüber, ob die Antibabypille das Risiko für Depressionen erhöht oder nicht. Bisherige Studien kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Eine groß angelegte Beobachtungsstudie der Universität Uppsala nutzte nun die Gesundheitsdaten von mehr als 264.500 Frauen aus der britischen Biobank aus den Jahren 2006 und 2010. Zusätzlich wurden die Daten von 7354 Schwesternpaaren analysiert. Ergebnisse. Insgesamt hatten 81 % der Frauen mit der Pille verhütet. Es zeigte sich, dass die Pille das spätere Depressionsrisiko um 73 % erhöhte, vor allem in den ersten beiden Jahren nach der Einnahme. Junge Frauen waren besonders gefährdet: Die Einnahme der Pille vor dem 20. Lebensjahr erhöhte das Depressionsrisiko insgesamt um 130 %, bei älteren Frauen um 92 %. Auch nach Absetzen der Pille war das Risiko, im späteren Leben an einer Depression zu erkranken, leicht erhöht.
Ähnliche Ergebnisse ergab die Analyse der Depressionshäufigkeit bei Geschwisterpaaren, bei denen eine Schwester hormonell verhütet hatte und die andere nicht. Die schwedischen Forscher werten dies als Hinweis darauf, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und dem Auftreten von Depressionen gibt.
Die Autoren der Studie halten es aufgrund ihrer Ergebnisse für angebracht, vor allem junge Frauen vor der Einnahme der Pille auf ein erhöhtes Depressionsrisiko hinzuweisen. Möglicherweise beeinflussen hormonelle Eingriffe in jungen Jahren kritische Prozesse der psychischen Entwicklung. Weitere Studien sollen nun untersuchen, wie sich hormonelle Verhütungsmittel auf das Depressionsrisiko auswirken, wenn sie nicht als Tabletten eingenommen, sondern in Form von Vaginalring oder Hormonspirale angewendet werden.





