Neue Impfungen für Kleinkinder
Bei vielen Routineimpfungen enthält eine Spritze gleich mehrere Vakzine – seit 2024 werden weitere empfohlen.
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Bis vor wenigen Jahren stand die Entwicklung eines Impfstoff s gegen das Coronavirus im Fokus vieler Forschender. Dennoch wurden in den letzten Jahren auch andere Vakzine entwickelt und überprüft. So sind neue Empfehlungen für Impfungen vor allem im Kindesalter publiziert worden. Zwei Beispiele:
Meningokokken
Diese Bakterien können eine Hirnhautentzündung auslösen; in Deutschland sind überwiegend Meningokokken der Typen B, C, W und Y verbreitet. Die invasive Infektion mit B-Meningokokken ist zwar sehr selten, allerdings verläuft sie vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern in einigen Fällen tödlich oder führt zu unheilbaren Komplikationen. Die Meningokokken- B-Impfung wird daher seit 2024 in Deutschland für alle Säuglinge empfohlen: Der erste Piks soll im Alter von zwei Monaten gemeinsam mit anderen Impfungen erfolgen. Sinnvoll ist es, den unter 2-Jährigen Paracetamol zur Impfung zu geben, da der Meningokokken- B-Impfstoff recht häufig zu Fieber führt. Wer bis zum fünften Geburtstag noch nicht geimpft ist, sollte das nachholen. So lassen sich die meisten, aber leider nicht alle, invasiven Infektionen mit B-Meningokokken in Deutschland verhindern. Allerdings können die Keime sich auch bei Geimpften in Nase oder Rachen vermehren und von dort aus bei Ungeimpften eine Erkrankung auslösen. Für ältere Kinder empfehlen die Experten diese Impfung nicht mehr, da diese sich viel seltener als kleine Kinder mit den Bakterien anstecken. Gegen Meningokokken vom Typ C allerdings sollten alle Kinder ab zwölf Monaten geimpft werden – fehlt der Piks, sollte er bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Für Kinder mit Immundefekten oder bestimmten anderen Erkrankungen gilt: Auch in höherem Alter ist eine Impfung gegen Meningokokken B sowie alle anderen Typen anzuraten.
RS-Virus
Säuglinge und Kleinkinder, die sich mit dem RS-Virus infiziert und einen schweren Verlauf hatten, sorgten in den Wintern während der Coronapandemie für übervolle Kinderkliniken. Seit dieser Zeit wurde eine RSV-Impfung für schwangere Frauen entwickelt, denn die Antikörper, die im Blut der werdenden Mutter nach der Impfung entstehen, werden auf das Ungeborene übertragen – und das Baby ist dann noch einige Monate gegen RSV geschützt. Wichtig zu wissen: Der RSV-Impfstoff für Schwangere wird zwar in der EU empfohlen, allerdings rät die für Deutschland zuständige Ständige Impfkommission (STIKO) nicht dazu – es fehlen nach Ansicht der Experten noch genauere Studienergebnisse. Für Säuglinge jedoch wird klar ein anderer neuer (passiver) Impfstoff empfohlen: Dabei werden bereits „fertige“ Antikörper gespritzt, die eine Zeit lang schützen. RSV führt vor allem im Winter zu Infektionen und ist insbesondere im ersten Winter eines Babys gefährlich. Daher sollen laut Experten alle im Sommer geborenen Kinder im Herbst das Vakzin erhalten; alle im Winter geborenen recht schnell nach der Geburt. So wird der Säugling vor schweren RSV-Erkrankungen geschützt, kann sich aber trotzdem anstecken. Diese leichte Infektion schützt vor späteren schweren Verläufen; das Kind kann gut in seinen zweiten Winter starten. Gegen RSV werden aber derzeit auch aktive Impfstoffe – ähnlich den bekannten Vakzinen – entwickelt; die Forschung bleibt im Fluss.





