Operationen auch noch im hohen Alter?
Eine neue Hüfte, ein neues Knie... im Alter stehen häufig Gelenkersatzoperationen, aber auch andere schwere Eingriffe an. Dabei stellt sich für die Betroffenen die Frage, ob sie dem Eingriff gewachsen sind.
©
Ein hohes Alter ist jedoch kein Grund zur Sorge, wie eine aktuelle Studie zeigt. In den USA werden seit 2010 im Rahmen der National Health and Aging Trends Study (NHATS) Gesundheitsdaten älterer Menschen erhoben. Daraus wählten Forscher der Yale School of Medicine für ihre Analyse rund 1000 Teilnehmer aus, die sich einer oder zwei größeren Operationen unterzogen hatten und über eine umfassende Gesundheitsdokumentation verfügten. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 65 und über 90 Jahren.
Insgesamt starben 13 % der Patienten innerhalb eines Jahres nach der Operation. Betrachtet man nur das Alter, so war das Sterberisiko der Hochbetagten (über 80 Jahre) etwa dreimal so hoch wie das der jüngsten Teilnehmergruppe (65 bis 69 Jahre). Zwischen Männern und Frauen gab es keine Unterschiede. Dabei spielte der Gebrechlichkeitszustand der Senioren eine große Rolle: Schon bei wenig gebrechlichen Senioren war die OP-bedingte Sterblichkeit fast doppelt so hoch, bei starker Gebrechlichkeit sogar 5,3-mal so hoch wie bei den als nicht gebrechlich beschriebenen Teilnehmern. Die Art der Operation erwies sich dagegen als wenig relevant, lediglich Gefäßoperationen führten zu einem 1,8-fachen erhöhten Sterberisiko. Als prognostisch bedeutsam erwies sich jedoch, ob es sich um eine geplante oder eine Notfalloperation handelte: Notfalloperationen waren mit einem 3-fach erhöhten Sterberisiko verbunden.
Für die Prognose einer Operation sei weniger das Geburtsdatum als vielmehr die körperliche und geistige Verfassung von Bedeutung, so die Studienautoren. Nicht zuletzt tragen neue, schonendere Operationsverfahren und eine gute, altersmedizinisch angepasste Vor- und Nachsorge zur Minderung von Risiken bei.





