Spermienrückgang durch häufige Handynutzung
Eine häufige Handynutzung könnte sich negativ auf die Spermienproduktion auswirken.
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In den letzten Jahrzehnten beobachten Mediziner einen Rückgang der männlichen Fruchtbarkeit. Neben Faktoren wie Umweltgiften, Nikotin- und Alkoholkonsum wird auch die Nutzung von Mobiltelefonen als Auslöser diskutiert. Methode. In einer landesweiten Studie rekrutierten Schweizer Forscher der Universität Genf zwischen 2005 und 2018 rund 2900 Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren. Die Teilnehmer machten Angaben zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil und stellten Spermaproben zur Verfügung, die auf Eigenschaften wie Volumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienanzahl, Beweglichkeit und Form untersucht wurden.
Das Forscherteam stellte fest, dass Männer, die mehr als 20-mal pro Tag mit dem Handy telefonierten, eine um 21 % niedrigere Spermienkonzentration aufwiesen als Männer, die nur ein- bis fünmal pro Woche mit dem Handy telefonierten. Wo die Männer ihr Handy am Körper trugen, hatte dagegen keinen Einfluss. Während die Quantität der Spermien deutlich beeinflusst wurde, blieb die Qualität der Spermien – Beweglichkeit und Form – unbeeinflusst. Die beobachteten Zusammenhänge waren in den ersten zwei bis drei Jahren stärker ausgeprägt und nahmen im Lauf der Zeit ab. Die Forschenden erklären dies damit, dass mit der Zeit die Sendetechnologie der Mobiltelefone – von 2G und 3G zu 4G – verbessert wurde und damit die Strahlenbelastung abnahm.
Nach Angaben der Schweizer Wissenschaftler handelt es sich bei ihrer Studie um die bisher weltweit größte Untersuchung zum Thema Handynutzung und männliche Fruchtbarkeit. In einer weiteren Studie soll untersucht werden, wie die Spermienproduktion beeinflusst wird.





