Ein Tag am Steinhuder Meer
Das Steinhuder Meer ist ein Binnengewässer. Aber irgendwie doch mehr. Mit Wasser, Surfer, Düne, Uferpromenade und Fischbrötchen.
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Weit reicht der Blick über das Wasser. Die aufgehende Sonne taucht den Bootssteg und die Segelschiffe in weiches Licht. Möwen kreischen. Ein Sommertag am Steinhuder Meer beginnt. Und der verspricht vergnügliche Stunden am, im und auf dem Wasser. Kinder steuern bunte Jollen und machen ihre ersten Segelerfahrungen. Kitesurfer stemmen sich gegen den Wind. An der Düne finden nicht nur Familien einen Platz, auch für Hunde gibt es einen eigenen Bereich zum Planschen. Doch wer ausschließlich Strand und Wasser sucht, der verpasst ganz viel von dem, was dieser Binnensee nordöstlich von Hannover zu bieten hat.
Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt mit dem sogenannten Auswanderer? Skipper Manfred Tatje wartet schon an Deck eines dieser Ausflugsboote aus Holz. Aufgeregte Kinder, die sich auf Kanonen und eine echte Festung freuen, wuseln an Bord. Auch Liebespaare steigen zu. Und Labrador-Dame Luna, die ihre Nase in den Wind hält. Manfred Tatje ist schon mit seinem Großvater im Auswanderer-Boot mitgefahren. Die hölzernen Segelschiffe bringen die Fahrgäste zur Insel Wilhelmstein. Nun sitzt er als Kapitän selbst am Steuer. „Hier ist jeder Tag für mich wie Urlaub“, sagt er und startet den Motor. Während der Fahrt zeigt der Kapitän auf eine gelbe Boje in der Ferne und erklärt den verblüfften Passagieren: „Das ist ein schwimmender Briefkasten.“ Seit 1964 gibt es im Steinhuder Meer eine Postboje – das Ergebnis einer Wette zwischen Segelschülern und ihren Lehrern. Von Mai bis September werden die eingeworfenen Briefe und Karten vom Segelclub Garbsen geleert und erhalten einen Sonderstempel.
Der Auswanderer steuert nun die Festungsinsel Wilhelmstein an. Die sternförmig angelegte Bastion mit dicken Mauern erzählt von den Zeiten, als das Fürstentum Schaumburg-Lippe belagert wurde. Die Festung war damals allerdings uneinnehmbar. Wer mehr darüber wissen möchte, schaut sich die Ausstellung im Museum an. Inselbesitzer Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe verbindet bis heute viele Kindheitserinnerungen mit Wilhelmstein. Sein Vorfahr war der erfinderische Graf Wilhelm von Schaumburg-Lippe. Der gab 1762 das erste in Deutschland konstruierte U-Boot in (...)
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