Städtetrip: Berlin für alle
Unsere Hauptstadt bietet in den warmen Monaten ein abwechslungsreiches Open-Air-Programm von A wie Abkühlung bis Z wie Zoobesuch.
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Berlin, ach Berlin! Du bist so wunderbar, aber wo soll man bloß anfangen und wo enden mit dir? Am besten dort, wo der Sommer in der Hauptstadt stattfindet – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der Tram von einem luftigen Hotspot zum anderen. Sind die Reisenden aus dem Bauch des Hauptbahnhofs gelangt, müssen sie nur die Spree überqueren – schon befinden sie sich mitten im politischen Berlin, dem Regierungsviertel mit Bundeskanzleramt und Reichstag. Dahinter beginnt der Große Tiergarten, das grüne Herz der Stadt mit seinen Wegen und Waldstücken, Wiesen und Weihern, Gärten und Denkmälern. Ein ausgedehnter Spaziergang führt zum Zoologischen Garten. Er gilt als der artenreichste der Welt, und allein schon wegen seiner knuffigen Pandabären (die einzigen in deutschen Zoos) lohnt sich ein Besuch.
Danach ist es Zeit für einen urbanen Einkehrschwung. Am Zoo befindet sich das Bikini-Hotel mit der Monkey Bar im zehnten Stock. Von ihrer Terrasse genießt man einen schönen Blick über die Stadt und zur Gedächtniskirche, das Berliner Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Bei einem Kaffee oder Drink könnte man hier locker sitzen bleiben bis zum Sonnenuntergang. Vielleicht holen wir das später nach, mieten aber ertsmal ein Fahrrad und radeln – vorbei am Luxuskaufhaus KaDeWe – zum Tempelhofer Feld, dem stillgelegten Flughafen. Hier fliegen nur noch Vögel und Drachen. Mit Rad oder Rollschuhen über die breiten Start- und Landebahnen zu flitzen, ist ein Riesenspaß. Es gibt Kleingärten und Events und ganz viel Himmel mitten in der Millionenmetropole. Und schon ist ein Tag zu Ende.
Ab aufs Wasser!
Am nächsten geht es ans, ins und aufs Wasser. Eine Schifffahrt auf der Spree ist nun genau das Richtige. Je nach Anbieter pendeln die Schiffe zwischen Charlottenburg und Köpenick, durchqueren das Regierungsviertel und umrunden die Museumsinsel mit ihren Häusern von Weltrang. Manche passieren das Badeschiff, ein Pool mitten in der Spree mit Strandbar und jeder Menge Urlaubsfeeling. Das stellt sich auch an Berlins zahlreichen Spreestränden ein, wo man die Füße in den Sand stecken kann, etwa bei der East Side Gallery. Das 1,3 Kilometer lange Mauerstück, die weltweit längste Open-Air-Galerie, wurde von Künstlern aus aller Herren Länder bemalt. Zu den populärsten Bildern gehört der durch die Wand brechende Trabi.Wird die Großstadt im Sommer zum schweißtreibenden, stickigen Moloch, packt man die Badehose ein. Es muss nicht immer der Wannsee sein, auch im Müggelsee oder am zentrumsnäheren Strandbad Weißensee findet man Abkühlung – und Fischbrötchen.
Die Gärten der Welt - ein tolles Erlebnis!
Gartenfreunde mit Fernweh zieht es ganz in den Ostzipfel Berlins, in die Gärten der Welt im Bezirk Marzahn. Dort führt eine grüne Weltreise durch die italienische Renaissance, orientalisch-islamische, jüdische, balinesische, koreanische und weitere Gärten. Daneben gibt es internationale Kabinette von Brasilien bis Thailand: szenisch angelegte Gartenräume, in denen Natur, Kunst und Architektur in Dialog treten. Mit einer Seilbahn kann man übers Gartenreich schweben und hat dabei auch einen eindrucksvollen Blick auf die imposante Plattenhaussilhouette von Marzahn.
Sonntags gehört der Mauerpark am ehemaligen Todesstreifen fast schon zum Pflichtprogramm in Berlin. Dort geht es sehr lebendig zu, und der Flohmarkt dort ist legendär. Man stöbert zwischen Mode, Schmuck, Schallplatten, Haushaltswaren und Selbstgemachtem. Imbissstände bieten leckere Snacks an. Nachmittags sorgt im Amphitheater nebenan Karaoke für Stimmung. Tausende bejubeln gnädig jeden mutigen Auftritt. Vom Mauerpark kann man auf dem Mauerweg ein Stück an der ehemaligen Grenze entlang bis zum Brandenburger Tor zurückwandern und noch weiter zum Potsdamer Platz und zum einstigen Grenzposten Checkpoint Charlie. Der Abend aber gehört Clärchens Ballhaus, einer Berliner Institution, in der seit mehr als 100 Jahren getanzt und gefeiert wird. Im lauschigen Biergarten unter Lichterketten lässt man den Tag gemütlich ausklingen.
Anreise
Mit Auto und Bahn
Berlin ist von allen größeren Städten per ICE-Direktverbindung erreichbar. Von München dauert die Fahrt weniger als fünf Stunden. Die Autobahnen 12, 13, 9, 2 und 24 münden in den Berliner Ring.
Übernachten
Hotel-Pension Funk
In dem Familienhotel in der Beletage eines Berliner Gründerzeitbaus unweit des Kurfürstendamms schlafen Gäste wie in den Goldenen 1920er-Jahren. Alle Zimmer sind mit Original-Interieur des Jugendstils oder der Belle Époque ausgestattet (DZ ab 109 €).
www.hotel-pensionfunk.de
Hotel Grenzfall
Hinter der unscheinbaren Fassade dieses Hotels, nur wenige Schritte von der Gedenkstätte Berliner Mauer, verbirgt sich ein wundervoller parkähnlicher Garten mit Pavillon, Seerosenteich, Entspannungswiese sowie Feuerring – und das mitten in Berlin! (DZ ab 70 €).
hotel-grenzfall.de
Weitere Tipps
Hackesche Höfe
Historische Gebäude mit Jugendstil- fassaden bilden acht miteinander verbundene kleine Hinterhöfe. Zum besonderen Flair trägt unter anderem die Mischung aus Shops, Kultur und Gastronomie bei. Hier findet man Dinge, die es sonst nirgendwo gibt.
www.hackesche-hoefe.de
Currywurst
Berlin ist die Street-Food-Stadt in Deutschland. Essen gibt es hier an jeder Ecke, aber einmal Currywurst, das muss schon sein. Dazu ab zur Kultbude Curry 61 (inzwischen auch vegan).
www.curry61.de






