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Autor: Reader's Digest

Olympische Winterspiele 2026: Austragungsorte, Geschichte und neue Sportarten

Am 6. Februar 2026 werden die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand eröffnet. Italien richtet damit Spiele aus, die nicht nur sportlich, sondern auch historisch außergewöhnlich sind. 

Ein junger Mann übt Ski-Slalomrennen und wirbelt dabei Schnee auf

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©iStockphoto.com / technotr

Während neue Disziplinen wie Skibergsteigen ihr Olympia-Debüt feiern, knüpfen legendäre Austragungsorte und unvergessene Geschichten an die lange Tradition der Winterspiele an. Die 25. Olympischen Winterspiele beginnen am 6. Februar 2026 im Mailänder Fußballstadion San Siro. Der Abschluss der Spiele findet in der Arena von Verona statt – einem Amphitheater aus dem Jahr 30 nach Christus, das bis heute als Bühne berühmter internationaler Opernfestspiele dient. Ein historischer Austragungsort, der Sport, Kultur und fast 2000 Jahre Geschichte verbindet.

Neue olympische Sportart 2026: Skibergsteigen

Mit den Winterspielen 2026 wird das Skibergsteigen erstmals olympisch. Die Sportart, international als Ski Mountaineering bekannt, ist eine wettkampforientierte Form des Tourengehens abseits präparierter Pisten. Athletinnen und Athleten müssen Aufstiege mit Steigfellen unter ihren Skiern ebenso beherrschen wie technisch anspruchsvolle Abfahrten. Helme sind Pflicht, Ausdauer und alpine Erfahrung entscheidend. Die Aufnahme ins olympische Programm unterstreicht den Trend zu naturnahen, alpinen Disziplinen.

Eishockey bei Olympia: Vom Amateurideal zur Profirealität

Eishockey ist seit 1924 Teil der Olympischen Winterspiele. Jahrzehntelang prägte die Frage nach Amateur- und Profistatus den Wettbewerb. Während Kanada zunächst dominierte, war die UdSSR von den 1950er-Jahren bis 1988 fast unschlagbar. Der Erfolg beruhte nicht zuletzt auf Spielern, die offiziell als Amateure galten, faktisch jedoch Profis waren. Die strikte Amateurregel, einst Kern des olympischen Gedankens, wurde erst 1990 endgültig abgeschafft – ein Meilenstein, der den Weg für die heutigen hochklassigen olympischen Eishockeyturniere ebnete.

Als die Winterspiele beinahe scheiterten

Die Geschichte der Olympischen Winterspiele ist auch eine Geschichte politischer und gesellschaftlicher Entscheidungen. Dass Olympische Spiele nicht immer willkommen sind, zeigte das Jahr 1976. Nach einem Referendum lehnte die Bevölkerung von Colorado die geplanten Spiele in Denver ab. Der Austragungsort wurde kurzfristig verlegt – nach Innsbruck. Dort unterstützte sogar das österreichische Bundesheer die Organisation und hielt sich für den Transport von Schnee bereit. Kurz vor Beginn der Wettkämpfe setzte dann doch noch ausreichender Schneefall ein.


Kultfiguren und Außenseiter: Warum Olympia mehr ist als Medaillen

Olympia lebt nicht nur von Rekorden, sondern von Geschichten und besonderen Persönlichkeiten. 1988 wurde der britische Skispringer Michael Edwards in Calgary als „Eddie the Eagle“ zur weltweiten Kultfigur und Ikone des olympischen Mottos „Dabei sein ist alles“ – obwohl er stets Letzter wurde. Ebenfalls unvergessen: der erste jamaikanische Viererbob, der aus einem Land ohne Schnee, dafür mit langer Sprintertradition und viel Mut antrat. Seine Geschichte inspirierte später den Film Cool Runnings und steht bis heute für den olympischen Geist.

Einmalig in der Olympiageschichte

Edward Eagan aus den USA nimmt einen besonderen Platz in der olympischen Historie ein. Er gewann 1920 bei den Olympischen Sommerspielen Gold im Boxen und 1932 bei den Winterspielen im Bob eine weitere Goldmedaille. Bis heute ist er der einzige Athlet, dem dieses Kunststück gelang.

Biathlon: Präzision unter maximaler Belastung

Biathlon zählt zu den beliebtesten Disziplinen bei Olympischen Winterspielen. Der Sport, der aus militärischen Patrouillenläufen hervorging, verbindet intensiven Skilanglauf mit präzisem Schießen. Entscheidend beim Präzisionsschießen ist die Atemtechnik: tief ausatmen, kurz die Luft anhalten und möglichst nach einem Herzschlag abdrücken – trotz hoher körperlicher Belastung.

Fair Play als olympisches Leitmotiv

Der italienische Bobfahrer Eugenio Monti, bekannt als „Rosso Volante“, gewann zwischen 1956 und 1968 sechs olympische Medaillen. Berühmt wurde er jedoch für seine Fairness: Bei den Winterspielen 1964 half er seinem großten Konkurrenten, dem britischen Bobteam, mit einer Schraube aus seinem eigenen Schlitten. Die Briten gewannen Gold, Monti erhielt den Pierre de Coubertin World Fair Play Award – als erster Sportler überhaupt.


Große Namen der Winterspiele

Der Schwede Ingemar Stenmark gilt als erfolgreichster Skirennläufer der Geschichte, nahm jedoch 1984 in Sarajevo nicht teil, da er Profisportler war. Gold im Slalom gewann Phil Mahre aus den USA – und erfuhr erst im Fernsehinterview nach dem Rennen, dass seine Frau gerade einen Sohn zur Welt gebracht hatte. Er hatte an diesem Tag sogar dreifachen Grund zum Feiern, denn Silber holte sein Zwillingsbruder Steve.

Auch Katarina Witt gehört zu den prägenden Figuren der Olympischen Winterspiele. Die deutsche Eiskunstläuferin gewann 1984 und 1988 olympisches Gold und blieb auch nach ihrer Karriere eine der bekanntesten Sportlerinnen Deutschlands. Auch abseits des Sports machte sie Schlagzeilen – unter anderem mit einem Playboy-Shooting im Jahr 1998, das dafür sorgte, dass die betreffende Playboy-Ausgabe weltweit ausverkauft war.