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Autor: Emily Goodman

Sanfte Riesen: 13 elefantöse Fakten

Elefanten haben ein außerordentlich gutes Gedächtnis, sind einfühlsam und sehr sozial. Hier sind 13 spannende Fakten über die beeindruckenden Riesen. 

Eine kleine Herde von vier afrikanischen Elefanten zieht entspannt durch die Savanne

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©iStockphoto.com / Andrew Linscott

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Elefanten sind die größten lebenden Landtiere der Welt. Ein Afrikanischer Elefantenbulle kann bis zu vier Meter hoch und zehn Tonnen schwer werden. Allein seine Stoßzähne wiegen bis zu 90 Kilogramm – pro Stück! Elefanten werden auch als Dickhäuter bezeichnet, da ihre Haut zwischen 2,5 und vier Zentimeter dick ist. 

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Das auffälligste Merkmal eines Elefanten ist sein Rüssel. Er kann mit höchster Präzision eine Feder aufnehmen und mit enormer Kraft einen Baum umstoßen. Der Rüssel eines Afrikanischen Elefanten ist etwa zwei Meter lang und enthält 40.000 Muskeln. Zum Vergleich: Der menschliche Körper besitzt insgesamt nur etwa 650 Muskeln.  

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Können Sie einen Afrikanischen von einem Asiatischen Elefanten unterscheiden? Asiatische Elefanten sind kleiner und haben eine Doppelwölbung an der Stirn. An der Spitze ihres Rüssels haben sie einen einzelnen Fortsatz, den sogenannten Greiffinger – bei ihren afrikanischen Verwandten sind es zwei. Zudem haben Afrikanische Elefanten größere Ohren, die in ihrer Form an den afrikanischen Kontinent erinnern. 

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Elefantenbabys nuckeln oft an ihrem Rüssel, genau wie menschliche Babys am Daumen. Und genau wie wir Rechts- oder Linkshänder sind, haben Elefanten einen bevorzugten Stoßzahn, den sie für verschiedene Aufgaben wie das Graben oder das Abschälen von Baum­rinde verwenden. Bei älteren Elefanten lässt sich oft auf den ersten Blick erkennen, welcher Stoßzahn dominiert: Es ist der kleinere, da er durch den häufigen Gebrauch im Laufe der Jahre stärker abgenutzt ist.

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Elefantenstosszähne bestehen aus Elfenbein, das als besonders wertvoll gilt. Jedes Jahr werden etwa 20.000 Afrikanische Elefanten  wegen ihres Elfenbeins getötet. Vor 100 Jahren durchstreiften noch zehn Millionen Dickhäuter den Kontinent – heute sind es nur noch etwa 400.000, die überwiegend im südlichen und östlichen Teil Afrikas leben. 
Asiatische Elefanten haben ebenfalls Stoßzähne, sind jedoch nicht in erster Linie durch Wilderei bedroht, sondern vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums. Heute leben weniger als 50.000 Asiatische Elefanten in freier Wildbahn, hauptsächlich in Indien, Sumatra und Borneo.

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Glücklicherweise gibt es auf der ganzen Welt Elefantenschutzgebiete – auch außerhalb Afrikas und Asiens, etwa in Ländern wie Brasilien, Frankreich oder den USA. In seriösen Rettungszentren ist es Besuchern meist nicht erlaubt, direkt mit den Elefanten zu interagieren. Viele bieten jedoch auf ihren Websites Livestreams an, die spannende Einblicke in das Leben der Tiere ermöglichen.

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Auch wenn Sie weit entfernt leben, können Sie etwas tun, um Elefanten zu helfen: Kaufen Sie niemals Schmuck aus Elfenbein. Verzichten Sie zudem auf palmölhaltige Produkte, denn für den Anbau von Palmöl werden große Flächen gerodet, wodurch der Lebensraum der Tiere zerstört wird. Wenn Sie möchten, können Sie Organisationen unterstützen, die sich dafür einsetzen, den Lebensraum der Elefanten zu bewahren. 

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Elefanten werden auch als sanfte Riesen bezeichnet, da sie viele Emotionen zeigen, von Freude über Trauer bis hin zu Zuneigung. Sie begraben verstorbene Elefantenkälber, lösen gemeinsam Probleme und versorgen einander bei Verletzungen. Forschende haben beobachtet, wie sie an Orten innehalten, an denen ihre Liebsten gestorben sind, und sogar anderen Tierarten helfen, was auf ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen hindeutet.

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Ein besonders schlauer Elefantenbulle in Thailand ist als „Mautkassierer“ auf einer Landstraße tätig, die Bauern für den Transport von Zuckerrohr nutzen. Der Elefant, von den Einheimischen liebevoll „der Don“ genannt, stellt sich ankommenden Lieferwagen in den Weg und lässt sie erst passieren, wenn er seinen Anteil an Zuckerrohr bekommen hat. So kommt er leicht an die 70.000 Kalorien, die er täglich benötigt. 

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Elefanten verbringen bis zu 16 Stunden am Tag mit Futtern. Sie sind Pflanzenfresser, deren Nahrung hauptsächlich aus Gräsern und Blättern besteht. In Zoos lebende Elefanten bekommen oft zusätzlich Obst. Die Tiere verschlingen Früchte wie Melonen oder Bananen eigentlich am Stück – doch die Asiatische Elefantenkuh Pang Pha, die im Zoologischen Garten Berlin lebt, hat eine ganz besondere Fähigkeit, die sie sich von ihren Pflegern abgeschaut hat: Sie kann Bananen schälen! Mit ihrem Rüssel bricht sie die Banane auf, schüttelt die Frucht dann aus der Schale und verspeist sie. 

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Das sprichwörtliche Ele­fantengedächtnis kommt nicht von ungefähr: Die Dickhäuter haben ein außergewöhnliches Erinnerungsvermögen. So erkennen sich viele Elefanten auch nach Jahren der Trennung wieder. Forschende schätzen, dass die Tiere den Überblick über etwa 30 Gefährten behalten können. Elefanten gehören außerdem 
zu den wenigen Tierarten, die sich selbst im Spiegel erkennen – ein weiterer Beweis für ihre bemerkenswerte Intelligenz.

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Elefantenbullen leben normalerweise allein, während Weibchen und Kälber in Herden zusammenbleiben, die von einer Matriarchin angeführt werden. Die Leitkuh ist meist das älteste Mitglied der Herde und erreicht oft ein beeindruckendes Alter: Mit etwa 70 Jahren haben Elefanten eine der höchsten Lebenserwartungen unter Säugetieren, übertroffen nur von Menschen und Walen. Wenn Nahrung und Wasser knapp werden, kann das außergewöhnliche Gedächtnis einer Elefantenmatriarchin das Überleben der Herde sichern: Sie führt sie zu Wasserquellen, an die sie sich noch aus ihrer Jugend erinnert. 

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Elefanten verständigen sich nicht nur durch lautes Trompeten, sondern auch mit einem niederfrequenten Grollen, das für Menschen nicht hörbar ist. Diese tiefen Töne entstehen in der Kehle des Elefanten und werden über den Boden übertragen – mit einer Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Besonders faszinierend: Elefanten nehmen diese „Geheimsprache“ nicht mit den Ohren, sondern mit den Füßen und dem Rüssel wahr.