Die erste Krippe der Welt: Ein Weihnachtswunder im Wald von Greccio
Es war das Jahr 1223, als Franz von Assisi eine Idee hatte, die das Weihnachtsfest für immer verändern sollte. Damit legte er den Grundstein für eine der schönsten Weihnachtstraditionen der Welt.
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Um den Menschen die Weihnachtsbotschaft nahe zu bringen, organisierte er in einer Grotte im Wald eine lebendige Darstellung der Geburt Christi. Sogar ein lebendiger Ochse und ein echter Esel sollen dort im Wald nahe der Einsiedelei von Greccio gestanden haben. Der Ort liegt im Rieti-Tal in Italien, etwa zwei Autostunden von Assisi entfernt in der Region Lazio. Nachts war die lebendige Krippe von Kerzen erleuchtet. Von diesem lebenden Bild aus verkündete Franz die frohe Botschaft von Christi Geburt. Italienische Kirchen und Klöster übernahmen den Brauch und die Jesuiten brachten ihn nach Deutschland. Dort bürgerte sich der Krippenbau im 17. Und 18. Jahrhundert im katholischen Süddeutschland ein.
Anfänglich wurden Krippen ausschließlich in Kirchenräumen aufgebaut. Damit auch die Kirchenbesucher, die hinten saßen etwas sehen konnten, mussten die Figuren zwischen 50 und 150 Zentimeter groß sein. Als die Menschen begannen, auch zuhause Krippen aufzustellen, schrumpften die Figuren im Lauf des 19. Jahrhunderts auf Hand- oder Fingergröße. Um 1780 herum gehörte in hauptsächlich katholischen Gegenden wie Bayern oder der Alpenregion eine Krippe unterm Weihnachtsbaum dazu. Auch heute noch ist das Aufbauen der Krippenfiguren und das Gestalten einer „Krippenlandschaft" fester Bestandteil des jährlichen Weihnachtsrituals.
Berühmte Krippenschnitz-Tradition im Erzgebirge und in Tirol
Neben dem deutschen Erzgebirge, wo detailreiche Holzfiguren hergestellt werden, ist noch Tirol mit seinen Krippenschnitzertälern berühmt. Auch im Grödnertal und in Bayern – besonders in der Gegend um Berchtesgaden hat das Schnitzen von Krippenfiguren eine lange Tradition. In Polen dagegen werden Krippen in Scherenschnitt-Technik aus Papier gezaubert – mit einer Fülle von feinsten Details.
Ganz besonders detailreich sind traditionell die provenzalischen Krippen mit ihren „Santons“, aus Ton gestalteten Figuren, die oft knallbunt bemalt sind. Nicht nur die Hirten, Heilige und Könige ziehen in provenzalischen Krippenlandschaften zum neugeborenen Jesuskind, sondern auch Menschen der Provence: Waschfrauen, Amme, Bürgermeister, Handwerker, Fischverkäuferin, Edelmann und mehr.
Übrigens: Im Deutschen Museum in München befindet sich eine der größten Krippensammlungen der Welt. Sie zeigt die faszinierende Vielfalt von Krippen aus aller Welt und aus allen Epochen und zeigt in beeindruckender Weise, wie sich die Menschen aus vielen Ländern und Kulturen die Krippenszene vorgestellt haben.





