Rezepte

Autor: Mercedes Domínguez

Amerikanischer "Apple Pie"

Der typisch amerikanische „Apple Pie“ stammt aus Europa.

Ein amerikanischer Apple Pie steht auf einem hellen Holztisch, daneben liegen drei Äpfel und ein Tuch

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©iStockphoto.com / YelenaYemchuk

Für 6 Personen
Zubereitungszeit: 90 Minuten


Zutaten:

  • 2 Blätter Mürbeteig
  • 5 Äpfel (Mischung aus säuerlicher Sorte wie Boskop und süßlicher wie Idared
  • 100 g brauner Zucker  
  • 50 g Butter  
  • Saft von 1 Zitrone  
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Teelöffel gemahlener Zimt  
  • 1 Ei  
  • 1 Esslöffel Puderzucker  
  • Kardamom, Muskatnuss oder Nelken (optional) 

 


ZUBEREITUNG

  1. Die Äpfel schälen und schneiden, vorzugsweise in Scheiben, und mit Zitronensaft, Vanille, braunem Zucker, Gewürzen sowie Zimt vermengen.  
  2. Die Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die gewürzten Äpfel hinzufügen und bei schwacher Hitze etwa 15 Minuten lang anbraten, dabei vorsichtig wenden. Wenn möglich, 
    einige Stunden abkühlen lassen.
  3. Eine der Teigplatten auf einer bemehlten Fläche ausrollen, sodass ein Kreis entsteht, der etwas größer ist als die Backform, damit der Teig etwas über den Rand hinausragt. Die zuvor gefettete und bemehlte Form mit dem Teig auslegen und den Boden mit einer Gabel einstechen.
  4. Die andere Teigplatte ausrollen und in 1,5 cm breite Streifen schneiden. Die Form und die Streifen eine halbe Stunde lang im Tiefkühlschrank lagern.  
  5. Die Apfelfüllung in die Backform geben und gleichmäßig auf dem Boden verteilen. Mit den Streifen überkreuz bedecken und die Ränder umschlagen. Man kann ihn auch komplett mit Teig bedecken, muss dann aber in der Mitte ein Loch machen, damit der Dampf entweichen kann.
  6. Die Oberfläche mit verquirltem Ei bestreichen und bei 170 Grad etwa 
    45 Minuten lang backen, bis der Teig goldbraun ist. Nach Belieben mit Puderzucker bestreuen.

 

Der Apfelkuchen ist eine der berühmtesten Süßspeisen der Welt, nicht zuletzt weil er in den USA zu einer Art Nationalsymbol geworden ist. Der Ausdruck as american as apple pie (so amerikanisch wie Apfelkuchen) kam im Zweiten Weltkrieg auf. Für viele junge Männer an der Front weckte der Geschmack dieses Kuchens Erinner­ungen an ihr Zuhause und das Leben, für das sie kämpften: „für Mama und den Apfelkuchen“.
Seine Geschichte ist jedoch viel älter und vielfältiger. Tatsächlich gab es in Nordamerika keine Äpfel, bis die europäischen Siedler im 16. Jahrhundert Samen mitbrachten. Das Original­rezept stammt aus England, wie aus dem mittelalterlichen Kochbuch The Forme of Cury (ca. 1390) hervorgeht. 
In vielen europäischen Ländern ist die Kombination von Obst und verschiedenen Teigsorten ein Klassiker, und es scheint, dass die erste Version des Apfelkuchens neben Äpfeln wohl auch Feigen, Birnen und Gewürze wie Safran enthielt.
Das Rezept fand in der Neuen Welt viele Anhänger und es entwickelten sich zahlreiche Varianten, da die Zu­­bereitung relativ einfach ist. Heute gibt es ihn zum Beispiel mit besonders viel Füllung als Deep Dish Apple Pie, mit Streuseln bedeckt als Dutch Apple Pie, oder er wird mit Vanilleeis „à la mode“ serviert. Hierzulande kennt man ebenfalls verschiedene Versionen, zum Beispiel den gedeckten Apfelkuchen, Apfel-Streu­selkuchen oder auch mit Äpfeln belegte Blechkuchen.
Kurz: Diese Süßspeise ist ein Sinnbild der kulinarischen Geschichte und Kultur und spielt nach wie vor eine wichtige Rolle an Weihnachten, bei Familienfeiern sowie anderen besonderen Anlässen, die durch den Geschmack von Hausgemachtem noch schöner werden.